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Mit zunehmendem Alter der Frau sinkt die Anzahl normaler, entwicklungsfähiger Eizellen. Insbesondere ab dem 35. Lebensjahr zeigen sich vermehrt Veränderungen der Erbanlagen. Sitz der Erbanlagen sind die sogenannten 'Chromosomen'. Hiervon besitzt jeder Mensch 46. Von diesen 46 Chromosomen stammen 23 von der Ei- und 23 Chromosomen von der Samenzelle. Insbesondere bei der Eizellreifung kommt es mit zunehmendem Alter der Frau zu Abweichungen von dieser Chromosomenanzahl durch sog. Fehlverteilungen. Als Folge werden entweder frühe Fehlgeburten eingeleitet, Kinder mit Fehlbildungen geboren oder aber die Einnistung von Embryonen in die Gebärmutter verhindert. Ein bekanntes Beispiel für eine chromosomale Fehlverteilung ist das sog. 'Downsyndrom'. Kinder mit Downsyndrom haben 47 Chromosomen. Betroffen ist das Chromosom 21, demzufolge wird dieses Krankheitsbild auch als 'Trisomie 21' bezeichnet. Bei der Polkörperdiagnostik erfolgt die labortechnische Untersuchung der sog. 'Polkörper' der Eizellen (Foto von Eizelle mit Polkörper s. Kapitel 'Embryo- die ersten Tage'). Hierdurch lassen sich Chromosomen-Fehlverteilungen erkennen und der Anteil fehlgebildeter Eizellen minimieren. Dies kann helfen, das Fehlgeburtsrisiko zu senken und/oder die Schwangerschaftsrate pro Embryo-Transfer zu erhöhen. Inwieweit die Polkörperdiagnostik für das Paar sinnvoll ist, klärt der behandelnde Arzt in einem persönlichen Gespräch. In diesem wird auch auf die Grenzen und Risiken der Polkörperdiagnostik ausführlich hingewiesen. Die Aussagekraft der Polkörperdiagnostik ist leider trotz intensivster Bemühungen noch immer begrenzt. Dieser Fakt ist in der Pränatalmedizin bekannt, so dass ab dem 35. Lebensjahr zusätzlich eine vorgeburtliche Diagnostik durch eine Nackenfaltenuntersuchung, ein erweitertes First-Trimester-Screening und ggf. eine Amniozentese empfohlen wird.
Für weitere Information: Artikel Deutsches Ärzteblatt: Polkörperdiagnostik - ein Schritt in die richtige Richtung |