KRYOKONSERVIERUNG

Die Kryokonservierung ist eine äußerst komplexe Methode, mit der unsere Reproduktionsmediziner und -biologen sowohl Spermien und Hodengewebe sowie Eizellen – auch im Vorkernstadium – einfrieren und über einen langen Zeitraum lagern können.

Bei eingeschränkter Samenqualität hat sich die Kryokonservierung von Spermien und Hodengewebe besonders bewährt. Direkt nach der Entnahme werden die Körperzellen in flüssigem Stickstoff bei bis zu minus 196 Grad tiefgefroren und in der Kinderwunschzentrum Hamburg GmbH (Institution zur Kryokonservierung), die der Kinderwunsch Praxisklinik Fleetinsel Hamburg angeschlossen ist, aufbewahrt. Diese Methode setzen wir zum Beispiel ein, wenn beim Mann wenige Spermien vorhanden sind. Oder wenn ihm eine zellzerstörende Therapie bevorsteht, zum Beispiel eine Chemo- oder Strahlentherapie. Das Einfrieren von männlichem Keimmaterial ermöglicht es Paaren außerdem, ihre Kinderwunschbehandlung ohne zeitlichen und psychischen Druck durchzuführen.

Auch Eizellen und befruchtete Eizellen im Vorkernstadium können auf Wunsch (oder im Fall einer bevorstehenden Chemo- oder Strahlentherapie) per Kryokonservierung aufbewahrt werden. Da wir pro Behandlungszyklus lediglich zwei beziehungsweise maximal drei Embryonen in die Gebärmutterhöhle übertragen, können wir verbleibende Eizellen im Vorkernstadium auf Wunsch einfrieren und sicher aufbewahren. Im sogenannten Kryo- oder Auftauzyklus werden diese Vorkernstadien im Bedarfsfall aufgetaut und zu Embryonen kultiviert, die schließlich in die Gebärmutterhöhle transferiert werden. Im Gegensatz zu einem kompletten IVF- oder ICSI-Behandlungszyklus erspart dies Frauen die erneute hormonelle Stimulation und Punktion der Eierstöcke.

Die Kryokonservierung gilt seit Jahren als sicheres und bewährtes Verfahren. Die Chance auf den Eintritt einer Schwangerschaft ist allgemein allerdings etwas niedriger als bei künstlicher Befruchtung nach hormoneller Stimulation mit Follikelpunktion und direkter Embryonenrückgabe.