STIMULATION DER EIREIFUNG

Zur Vorbereitung auf die künstliche Befruchtung oder auch bei Störungen des Hormonhaushaltes stimulieren wir die Eireifung der Frau durch niedrig dosierte Hormongaben.

Ziel der hormonellen Stimulation ist es, mehrere befruchtungsfähige Eizellen zu gewinnen. Das erhöht die Chance auf eine Schwangerschaft, denn nicht jede Eizelle lässt sich automatisch befruchten – egal ob auf natürlichem Weg oder bei einer anschließenden künstlichen Befruchtung. Dafür wird das Wachstum der Eibläschen (Follikel) am Eierstock angeregt. In den Eibläschen reifen die Eizellen heran, die später durch eine Punktion gewonnen werden. Einige der Hormone, die für die Stimulation verwendet werden, werden unter die Haut gespritzt. Das ist fast schmerzfrei und dank leicht anzuwendender Spritzen so einfach, dass Sie es selbst zu Hause erledigen können.

MÖGLICHE BEHANDLUNGSPROTOKOLLE

Es gibt unterschiedliche Medikamente, die in unterschiedlichen Kombinationen zur Stimulation der Eireifung eingesetzt werden: Hierzu gibt es sogenannte Behandlungsprotokolle.

Ihr Arzt entscheidet, abhängig von Ihren persönlichen hormonellen Voraussetzungen, welches Stimulationsprotokoll den gewünschten Erfolg erzielen kann. Man unterscheidet dabei zwischen langem und kurzem Protokoll.

Das lange Protokoll dauert sechs Wochen und beginnt im Vorzyklus ab dem 21. bis 23. Tag mit der Downregulation. Diese hemmt die Produktion der körpereigenen Fruchtbarkeitshormone, um einen unkontrollierten Eisprung im nachfolgenden Zyklus zu verhindern. Nach zehn bis 15 Tagen kommen Sie zu uns in die Kinderwunsch Praxisklinik zur Ultraschallkontrolle und zur Blutabnahme. Danach beginnt mit dem nächsten Zyklus die Stimulation der Eierstöcke durch erneute Hormongaben.

Sind die Follikel nach etwa neun bis zwölf Tagen gut gewachsen, wird das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) verabreicht, das den Eisprung auslöst. Die Follikel werden schließlich 36 Stunden später – noch bevor der Eisprung stattfindet – durch einen kurzen ambulanten Eingriff punktiert.

Das kurze Protokoll dauert vier Wochen und beginnt direkt mit der Stimulation der Eierstöcke. Am zweiten oder dritten Zyklustag fangen Sie mit der Injektion des Hormons FSH (follikelstimulierendes Hormon) oder hMG (humanes Menopausengonadotropin) an. Etwa ab dem sechsten Tag des Stimulationszyklus wird zusätzlich das Hormon GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) verabreicht, das den spontanen Eisprung verhindert.

Zehn Tage nach Behandlungsbeginn kommen Sie wieder in unsere Praxisklinik, damit Ihr Arzt per Ultraschall die Entwicklung Ihrer Eibläschen genau untersuchen kann. Außerdem kontrollieren wir den Hormonwert in Ihrem Blut. Sind die Eibläschen gut gewachsen, wird – wie beim langen Protokoll – das Eisprung auslösende Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) verabreicht. Nach 36 Stunden werden die Follikel schließlich punktiert.

Für den Fall einer natürlichen Befruchtung empfehlen wir Paaren, etwa 36 Stunden nach dem Eisprung Geschlechtsverkehr zu haben. Ist eine künstliche Befruchtung geplant, leiten wir je nach Kinderwunschbehandlung die nächsten Schritte ein.